Ich habe eben
meinen Blog-Eintrag von Liams Geburt nochmals gelesen. Für einen ganz kurzen
Augenblick habe ich überlegt, ihn einfach zu kopieren, „Liam“ mit „Matis“ zu
ersetzen und schwupp! Mehr Zeit zum Eiscreme essen! Aber das würde unserer Gabe
Gottes (was auch die Bedeutung des Namens ist, der Matis leitet sich vom
Matthias ab) ja nun nicht gerecht werden. Und so manches ist ja auch ganz
anders. Bei ihm und beim zweiten Kind im Allgemeinen.
Matis Gerry kam zwei
Wochen früher als erwartet am 13. Oktober nachts um 1 Uhr auf die Welt. Er
hatte es so eilig, dass es der Arzt leider nicht rechtzeitig in die Klinik
geschafft hat. Vielleicht hatte er um die Uhrzeit auch einfach keine Lust? Die
Hebamme hat ihm jedenfalls mehrmals am Telefon versichert, dass es jetzt knapp
wird. Und war dann selbst kaum bereit, als Matis auf einmal ans Licht wollte.
Sie rief mir immer wieder zu, ich solle noch warten, sie sei noch nicht so weit
– ja, ist das denn mein Problem? Man kann doch ein Kind nicht verklemmen!
Immerhin hatte das Catering-Team schon meine Essensbestellung für die nächsten
24 Stunden aufgenommen. Man muss halt Prioritäten setzen. Soweit zur
Geburtsstory, ich bin immer noch kein Fan von ausschweifenden
Kreißsaalgeschichten. A propos Kreißsaal, den und das Wöchnerinnenzimmer (heißt
das heutzutage noch so?!) hatte ich dieses Mal ganz für mich allein, die sogenannten
VIP-Einzelzimmer sind nett und modern eingerichtet, samt Schlafcouch für den
Vater. Welcher zwischen Händchen halten und Rücken massieren auch angeben
durfte, ob er lieber Omelett oder Spiegelei zum Frühstück will.
Und da war er auf
einmal, der Matis. Unser zweites Cappuccino-Kind, mit noch schwärzerem Haar,
ebenso schwarzen Augen und einer noch knuffigeren Luo-Nase. Ein Goldstück. Und
wieder: Liebe auf den ersten Blick! Und zwar nicht nur bei mir – Liam ist ein
richtiger großer Bruder. Wenn Matis auch nur einen Mucks macht, kommt er
angerannt und berichtet mir: „Mama, Matis braucht Mama!“, „Mama, Matis will
trinken!“ Oder nimmt ihn direkt selber in den Arm (was mich noch etwas nervös macht). Und wehe, es will ihn jemand anders in der Babyschaukel anschubsen.
Anders ist bei
Matis im Vergleich zu damals bei Liam, dass ich nicht mehr alle zehn Minuten zu
ihm renne, um zu checken, ob er noch atmet. Und ich singe ihm keine „Kleine
Spatzen“-Lieder leise ins Ohr sondern ein kräftiges „Die Affen rasen durch den
Wald“, wozu Liam lautstark auf seine Trommel hämmert. Man muss ja irgendwie
alle bespaßen. Ich habe keinen Überblick über die Anzahl täglich vollgepupster
Windeln mehr und ich fühle nicht mehr halbstündlich seinen Nacken, um die
Körpertemperatur zu checken. Stattdessen genieße ich einfach dieses kleine
Wunder, das gesund auf die Welt gekommen ist und uns alle mit seiner bloßen
Anwesenheit beglückt. Ich nehme meine beiden Jungs gleichzeitig in den Arm,
drücke den einen ganz sanft und den andern etwas doller und bin in diesem
Moment einfach nur glücklich.
Matis Gerry - seinen zweiten Name hat er von Opa Gerhard |
Mein Matis Gerry.
Wie leise es bei uns ohne dein herziges Seufzen war. Wie gerne ich dich bei
jeder Hitze auf der Brust liegen habe. Wie ich mich darauf freue, dich jeden
Tag besser kennenzulernen und dir dabei zu helfen, uns und die Welt
kennenzulernen. Wie sehr ich dich liebe. Gott behüte dich, mein Sohn.
Manicure: Die Nase in Matis Haare wuscheln
Helmet: Auf Mutterinstinkte verlassen
ganz herzlichen glueckwunsch und viel viel segen fuer das leben zu viert!
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